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Wie ich die Lust am Spielen langsam aber sicher verliere.

Vorwort.

Spielen am Computer begann einst für mich mit einem SEGA MEGADRIVE damals vor langer Zeit, zumindest kommt mir das so vor als ob das schon ein halbes Jahrhundert her ist denn so dunkel ist die Erinnerung daran für mich mittlerweile. Dennoch ist jene Erinnerung vorhanden an meine persönlichen Anfänge sowie den ersten Kontakt mit diesen damals noch neuen Medium.

Denn aufgewachsen bin ich OHNE all diese technischen Spielereien die für jene Generation von heute so normal zu sein scheint, was teilweise sehr zu denken geben sollte wenn schon Kleinkinder ein nicht haptisches Erlebnis namens Tablet oder Smartphone vorgesetzt wird. Was dabei alles verloren geht in der Entwicklung des neuen und noch jungen Gehirn und wie arg das schadet, darüber scheinen sich leider viele Eltern nicht im klaren zu sein oder wollen gar nicht darüber so genau nachdenken.

Spielen assoziierte ich viele Jahre meines Lebens mit dem „raus gehen“ sowie „mit anderen Menschen“ sich beschäftigen in Form von jenen erdachten Spielen in der freien Natur, mitunter auch bei Wind und Regen oder Schnee sowie Glatteis. Das hat mich und mein Verständnis von Spielen geprägt und meiner Ansicht und besonders meiner Erfahrung nach sollte jedes Kind dazu ermutigt werden so aufzuwachsen, ohne direkt mit dieser ganzen Technik frühzeitig schon zur Passivität verführt zu werden.

Damals die Anfänge in 2D…

Nach dem SEGA MEGADRIVE folgte dann mit ein paar jahren an Abstand dazwischen dann der erste 386er PC, darauf ein Spiel mit dem treffenden Titel namens ASTEROIDS bei dem der Name immer zu Programm war. Grafisch war das ein Spiel auf einfachster Basis in 2D, lediglich ein paar Strich-Zeichnungen in weißer Farbe auf schwarzem Hintergrund sowie animierte das Ganze und das war auch schon alles.

Von der Spiel-Mechanik her war ASTEROIDS ebenfalls sehr einfach gehalten, denn im Prinzip war der Bildschirm nur gefüllt mit ein paar skizzierten Asteroiden sowie einem Raumschiff in der abstrakten Form eines Cursors. Aus der Spitze jenes Raumschiff wurden dann jeweils kleine Punkte abgefeuert die als Munition anzusehen waren und die großen herannahenden Asteroiden erst mal bei Kontakt mit jenen Punkten von Munition in kleinere Versionen zerstörten.

Wo vorher nur ein großer Asteroid neben vielen anderen seiner Artgenossen, entstanden nach einem Treffer dann erst 2 kleinere Varianten die ebenfalls noch mal aufgeteilt werden konnten bei einen Treffer was nach ein paar Minuten dann dazu führte das auf den Bildschirm eine Menge an Großen sowie kleineren Asteroiden herum schwirrten und das Überleben des Raumschiff zu einer wahren Herausforderung wurde. Denn wenn selbst wenn jene Asteroiden oder das Raumschiff die Seitenränder des Spielfeld erreichten war dort nicht Schluß, sondern anstatt von dort ab zu prallen kan ein Objekt von Oben dann Unten wieder heraus.

Das alles wurde physikalisch korrekt simuliert, also mit entsprechender Fliehkraft sowie dessen Gegenreaktion um das Raumschiff wieder zu bremsen um nicht wie jene Asteroiden nur auf einer statistischen Flugbahn seine Runden zu drehen und darauf wartend das eine Kollision mit einem anderen Asteroiden die eigene Richtung verändert. Wenn das in dem Spiel zwischen Raumschiff und Asteroiden passierte, war das Spiel schlicht zu Ende. Kein weiteres Leben mehr vorhanden und nur die „Highscore“ war der sozusagen Endgegner. 😉

Flucht und Einstieg in eine neue sowie andere Welt.

Auch wenn gleich dieses Spiel namens ASTEROIDS von damals verglichen mit dem derzeitigen Stand an Technik sowie Computer Spielen nach nicht mehr als ein Anekdote aus längst vergangenen Zeiten klingt, so war jenes Spiel für mich der Anbeginn einer Reise in eine andere Welt die in meinen Augen soviel mehr bot als wie das öde reale im Vergleich dazu. Denn der wichtigste FAKTOR auch heute noch für mittlerweile MILLIONEN an neuen Spielern war und ist die Flucht vor der Realität, wobei die Gründe für jenes Fluchtverhalten so vielseitig wie exotisch sein können.

Ich flüchtete einst in diese Welt, weil mir die Wertschätzung in der realen Welt fehlte. Da ist vieles arg schief gelaufen in meiner Erziehung, sofern in dem Kontext überhaupt von Erziehung gesprochen werden kann wenn selbige mehr auf der Basis von Aktion und Reaktionen zwischen Eltern und Kind basierte. Das wird zu einem anderen Zeitpunkt mal ein anderer Text sein, ausführlicher behandelt.

Oh du schöne neue Welt?

In der damaligen neuen virtuellen Welt war das schlicht egal wer du warst oder woher du kamst oder was deine Arbeit sowie dein verdienst war, denn alles was zählte war ob du entsprechende Erfahrung (Skill) hattest und wie oder ob du im Team zusammen spielen konntest. In den ersten Mehrspieler (Multiplayer) Spielen war Teamarbeit der Schlüssel zum Erfolg. Denn jene Spieler die als „einsamer Wolf“ (Lone Wolf) umher zogen waren eher die Ausnahme, weil du alleine keine Augen im virtuellen Hinterkopf hattest und folglich immer doppelt und Dreifach auf der Hut sein musstest, was sehr anstrengend war.

Betrüger auch gerne damals „Cheater“ oder „Cracker“ genannt waren schon dabei, denn bedingt durch die Komplexität eines Programms sind zumindest Menschen bisher nicht in der Lage selbigen Programm Code frei von Fehlern zu halten die durch findige Spieler zu deren Vorteil (Exploit) ausgenutzt werden können. Wie also auch im echten realen Leben war der Schatten nie weit entfernt vom Licht. 😉

Zudem war das „World-Wide-Web“ in Kurzform eben „www“ damals noch in seinen Kinderschuhen und entwickelte sich anfangs nur sehr gemächlich, bis dann eine wahre Expansion der vor allem jungen Menschen dahin einsetzte was wiederum in Summe zu dem führte was heute als Internet fast jedem Menschen bekannt ist.

Alles ist so schön bunt.

Meine persönlichen Anfänge wie auch die des Internet waren geprägt von BUNT in jeglicher Hinsicht. Seien es die ersten Webseiten mit ihren vielen bunten Verzierungen gewesen oder die ersten farbenprächtigen Spiele mit teilweise derben Kontrasten, die Anfänge waren sehr bunt und teilweise sowie zeitweise greller als Neon Werbung in manchen Städten.

Half-Life in Version 0.X (X für irgendeine undefinierbare Zahl) war damals das Spiel was mich zum Genre der Ego-Shootern brachte die damals weit entfernt von irgendwelchen Kritiken oder gar wissenschaftlichen Studien waren sondern lediglich eine kuriose Randerscheinung für Alle die nichts damit zutun hatten. Danach folgte Counter-Strike in irgendeiner BETA Version, was mich dann vollends in das Genre der Ego-Shooter sozusagen über viele Jahre verankerte. UNREAL war der nächste Titel in dieser Reihe und danach folgte noch QUAKE sowie DOOM, also so ziemlich alles das an Spielen was für Jugendliche nicht verfügbar hätte sein dürfen. 🙄

Nach den oben genannten Spielen folgten dann noch weitere, wie zum Beispiel aus dem Genre von Simulation und Strategie sowie Aufbau. Allerdings erinnere ich nur noch ein paar davon, die sozusagen für mich wichtigsten wie das erste „SimCity“ und das fantastische „SimTower“ sowie die legendäre Serie um „Command and Conquer“ die leider nur noch ein Schatten ihrer Selbst ist.

Weitere kann ich allerdings nicht mehr erinnern vom Namen her, da wohl zumindest für mich zu unbedeutend. Lediglich ist mir bewusst das da noch andere Spiele waren auch aus anderen Genren.

Bungie.net lockte mich mit Halo zur Konsole.

HALO trat irgendwann wie aus dem Nichts auf den Plan und veränderte meine Welt erneut, teilweise zum guten und schlechten hin. Erst spielte ich HALO auf dem PC und dann wagte ich einst dem Schritt in das bisher immer noch recht unbekannte Reich der Konsole mit der ersten XBOX damals vor Jahren. Daraus entwickelte sich mit den fortschreitenden Jahren fast sowas wie eine Liebschaft, kurios das im Zusammenhang mit einem Spiel zu schreiben obgleich noch viel „interessantere Konstellationen“ zwischen Mensch und Maschine in der Welt existieren. 😉

Letztendlich wurde aus der Verbindung zwischen mir und der Konsole jedoch nichts, denn zum einen störte mich zunehmend das Modell des Abonnement und zum anderen die offensichtliche Obsoleszenz der Gerätschaft brachte mich nach über 1 Jahrzehnt wieder zurück zu meinen Wurzeln, dem PC sowie dem spielen daran. Seither bin ich relativ zufrieden mit dem spielen am PC, denn ich merke immer mehr eine Veränderung in mir die schon mit dem für mich letzten Halo Teil namens „Halo Reach“ damals noch auf der Konsole schon einsetzte. 🙄

Ich verliere immer mehr die Lust am Spielen am PC.

Seit dem oben genannten Zeitpunkt damals mit „Halo Reach“ auf der Konsole noch bemerkte ich die Veränderung(en) in mir, das mir dass Spielen am PC generell nicht mehr oder nur noch teilweise soviel Freude bereitet wie einst mal. Natürlich ist mir bewusst das sich die persönliche Sichtweise mit den fortlaufenden Jahren an Erfahrungen stetig verändert sowie den Umständen des Lebens anpasst, was auch eine gute Entwicklung ist wie ich finde.

Dennoch entsteht durch diese Veränderung ein gewisses Unbehagen in mir, mitunter auch Angst vor dem wie und vorallem womit ich dieses „Loch im Leben“ wieder füllen kann. Weil das ist bisher der Punkt bei der ganzen Sache welcher mich mitunter trotz aller Unlust die manchmal dabei ist wieder an den PC und dem Spielen daran zurückkehren lässt. Einfach weil das bekannt und vertraut ist, obgleich dieses Verhalten schon etwas von dem hat wie jemand der „Drogenabhängig“ ist versucht wieder runter zu kommen von dem Stoff/Scheiss um fortan sein Leben wieder mit sinnvolleren Inhalten zu erleben sowie mehr in den Griff zu bekommen. 😐

Stand der Dinge in 2017!

Bisher bin ich zumindest soweit in der Angelegenheit, das ich akzeptiert habe das jene Veränderung gut für mich ist weil das Spielen am Computer teilweise nur noch sehr unerfüllt ist für mich. Das wiederum liegt darin begründet das „Computer – Spiele“ im Kern immer das gleiche sind. Frei dem alt bekannten Sprichwort nach eben „Neuer Wein in alten Schläuchen“ was die Thematik sowie mein Problem damit sehr passend beschreibt um das nicht noch weiter auszuführen an dieser Stelle. Eventuell werde ich im Detail das mal in einem anderen Beitrag zu einen späteren Zeitpunkt genauer dann ausführen. 🙂

Schlusswort…

Ungefähr seit 2012 beschäftigte mich dieses Thema und erst jetzt mit dieser finalen Fassung des Textes habe ich das geschafft was mich bewegt ansprechend in Worte zu fassen, was wiederum zeigt wie lange sowie ermüdend mich mitunter etwas beschäftigen kann bis ich letztendlich dazu in der Lage bin mich einigermaßen in Wort und Schrift verständlich mitzuteilen. 😀

2 Gedanken zu „Wie ich die Lust am Spielen langsam aber sicher verliere.“

  1. Kann das alles ziemlich gut nachvollziehen – auch ich hab ziemlich viel von meiner Schul- und Studienzeit in Spiele versenkt, gab teilweise Zeiten, wo ich alles gezockt hab, was mir unter die Finger gekommen ist 😀
    Im Nachhinein ist man aber immer klüger, und über die Jahre hinweg hat sich das bei mir in eine Richtung entwickelt, bei der ich wesentlich weniger Zeit in Spielen verbringe, dafür mir aber eher nur Perlen rauspicke. Das funktioniert soweit ganz gut und ist auch relativ unterschiedlich -> manchmal starte ich monatelang kein Spiel, aber wenn dann eines rauskommt, was mich sehr interessiert, dann spiel ichs jeden Tag bis ich damit durch bin (Witcher 3 war zum Beispiel sowas). 😀

    Ich denke, das Thema ist immer abhängig von den Umständen und es muss generell jeder für sich entscheiden wieviel Zeit er/sie in ein Spiel stecken will. Ist immerhin eine von unzähligen Möglichkeite, wie man seine Zeit verbringen kann. xD

  2. Ich denke, das Thema ist immer abhängig von den Umständen und es muss generell jeder für sich entscheiden wieviel Zeit er/sie in ein Spiel stecken will. Ist immerhin eine von unzähligen Möglichkeite, wie man seine Zeit verbringen kann. xD

    Ja mit dem Punkt hast du zwar durchaus recht, allerdings geht es mir bei dem Thema weniger um „Möglichkeiten wie ich meine Zeit verbringen“ sondern mehr um das WAS oder OB mir das etwas bringt womit ich meine Zeit verbringe. Genau das sehe ich in puncto Computer-Spiele nämlich nicht (mehr) und zudem meine ich NICHT die Sinnfrage dabei. 🙄

    Werde das zu einem späteren Zeitpunkt mal in einem weiteren Beitrag mal genauer beziehungsweise verständlicher im Detail dann ausführen. 😉

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